Der Opiumkrieg
1600 übergab Königin Elisabeth einigen ausgewählten Kaufleuten Londons für 15 Jahre den Freibrief über den gesamten Handel zwischen dem Kap der guten Hoffnung und der Magellan-Straße. Damit begründete sie eine Handelsgesellschaft, die nahezu weltweit die Macht der Briten ausbauen sollte und bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur bedeutendsten Seemacht entwickelte: die East India Company.
Nach anfänglichen Expeditionen, die schließlich die Einrichtung von Handelsstationen an der Westküste Indiens zur Folge hatten, wobei in Madras und Hugli die Holländer erfolgreich Widerstand leisteten, bauten die Engländer die Handelsbeziehungen zu Süd- und Südostasien immer weiter aus. Die nachfolgenden Regenten Englands, Karl II. und Jakob II., erweiterten die Rechte der Gesellschaft, bis auf Übergabe der Militärgewalt in den fernen Ländern - Beginn des Kolonialsystems. Zunächst entstand ein Dreieckshandel: Indien verkaufte Baumwolle an China, erhielt dafür Silber, das umgesetzt wurde in Kreditbriefe bei der East India Company. Diese erwarb in China wiederum Tee und brachte so das Silber in das Land. Dieser Markt wuchs zunehmend. 1783 konnte die East India Company 2,5 Millionen Kilogramm Tee verkaufen, 1785 bereits sieben Millionen. Das Silber holten sich die Engländer jedoch zurück durch Verkauf von in Indien angebautem Opium an die Chinesen. Trotz Verbots des Rauschgifts wurde es von immer mehr Chinesen konsumiert bis der Kaiser 1839 englische Schiffe samt Opiumladung in Brand setzen ließ. Damit sollte ein zwei Jahre währender Krieg beginnen. Hatte China vorher nur Kanton für die Europäer geöffnet, wurde Hongkong nun englische, Macao portugiesische Kolonialstadt, mit exterritorialem Status. Erst 1883 verlor die East India Company ihr Handelsmonopol.

