Tee mit oder ohne - Milch?
Die Entscheidung, schwarzen Tee mit oder ohne Milch zu genießen, sollte nicht nur eine Frage des Geschmacks sein. In Großbritannien, wo schon am Morgen besonders kräftiger Tee getrunken wird, gehört Milch unbedingt in die Tasse, um den Geschmack abzumildern. Auch bei den Ostfriesen rundet erst ein Klecks Sahne den Geschmack ab - gehört sogar ebenso zur Teezeremonie wie Kluntje zum Süßen. Doch das Eiweiß der Milch bindet jene Stoffe im Tee die verantwortlich sind für seine Gesundheit fördernde Wirkung. Dies ergab eine Untersuchung an der Berliner Charité. Bei Probandinnen, die Tee ohne Milch tranken, verbesserte sich die Durchblutung und die Entspannungsfähigkeit der Arterien; dies wurde per Ultraschalluntersuchung nachgewiesen. Bei jenen der 16 Frauen die fettarme Milch in ihre Tasse gaben, jedoch nicht: Die Katechine in den Flavonoiden des Tees, einer der bedeutungsvollsten Wirkstoffe im Tee, wurden von den Kaseinen der Milch gebunden. In einer Pressemitteilung der Charité Berlin heißt es: "Dr. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat, schließt nicht aus, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen könnte."
Dieses Forschungsergebnis könnte auch eine Erklärung dafür liefern, warum in England die Schutzwirkung von Tee gegen Herzerkrankungen nicht zu beobachten sei. Anders in Asien - hier werde Tee grundsätzlich ohne Zusatz von Milch getrunken und hier würden Herzerkrankungen kaum auftreten. Die Bedeutung dieser Studie dürfte von gewissem Ausmaß sein: Tee ist nach Wasser das meist getrunkene Getränk der Welt. Der Gehalt der gesund erhaltenden Inhaltsstoffe des Tees hängt von seiner Herstellung ab.

