Gebäck zum Tee
Was dem Briten die frischgebackenen, noch warmen Scones und mit kandierten Früchten gespickten Teekuchen, sind den Schotten ihre Shortbreads, als "Petticoat Tails", "Fingers" oder "Rounds". So vielfältig die Teesorten, so groß ist die Bandbreite von Rezepten für Kuchen und Gebäck. Kleine handliche Teilchen werden gern zum Nachmittagstee angeboten. Es gibt sie delikat und herzhaft, oder als süße Kekse, zum Beispiel mit Marzipan gebacken.
Bei den Ostfriesen, den Spitzenreitern in der deutschen Teeverbrauchs-Statistik, werden Mandelblätter oder Butterwaffeln serviert, beliebt sind an der Waterkant auch Ingwer Ecken oder das Bremer Brot. Gehaltvoll mit Butter gebacken, knusprig oder mürbe. Eine weitere Spezialität aus deutschen Landen sind die Dresdner Frauenkirchenoblaten. In Frankreich zergehen Madeleines auf der Zunge, kleine duftige Kuchen, mit Butter überstrichen. In Russland werden zum Tee Baranki gegessen, auch Suschki genannt, Kringel mit Vanille oder Mohn, Sesam oder Nussmehl. Auch Lebkuchen sind hier beliebt. Das "Ritz" macht es vor: Zum Tee gehören drei Gänge, hier hat die Duchess of Bedford mit ihren Teeeinladungen im 19. Jahrhundert Maßstäbe gesetzt: Als "Fundament" werden delikate Sandwiches, mit Gürkchen garniert, gereicht, anschließend Scones und zum Abschluss Kuchen und kleine Törtchen, Muffins, Erdbeekäse-Küchlein, Kekse und Plätzchen, Pralinen und süße Konfitüren. Die Iren, Europameister im Teetrinken, genießen zum Tee "Tea Bracks", Teekuchen mit Orangenaroma und Rosinen sowie die irische Variante von Scones, auf der Basis von Kartoffelbrei mit Weizen- oder Hafermehl. Dazu gibt es wie in England "clotted cream", dicker Rahm, der nach dem Erhitzen einige Stunden stehen gelassen wird. In China, dem Ursprungsland des Tees, liebt man Mürbegebäck mit Ingwer, Sesamöl und Arrak.

