Teeseite

Die Teeseite



Die Teekiste

Tee hat vor allem drei Feinde: Feuchtigkeit, Licht und andere Gerüche. Um ihn wirksam zu schützen, wird er seit zwei Jahrhunderten in Teekisten verpackt auf die Seereise geschickt. Seit Tee im 16. Jahrhundert seinen Siegeszug um die Welt angetreten hatte, wird er in Holzkisten verschifft. Bis zur Erfindung von Sperrholz, das 1905 in Kalkutta erfunden wurde, waren dies schwere, massiv gezimmerte Kisten die zudem mit Bleifolie ausgeschlagen worden waren, darin mit Firnis und in Bambusmatten eingelegtes Papier um die Feuchtigkeit fern zu halten. Heute finden Aluminiumfolie und Seidenpapier Verwendung.

Vor allem Sammler jener schönen, oft bunt bedruckten Behälter, werden enttäuscht darüber sein, dass der Karton die Holzkiste nun nach und nach ersetzt. Dabei sind die Teekisten echte Blickfänger. Besonders dekorativ sind Muster mit Pfingstrosen oder Chrysanthemen, gemalte Szenen, aber auch Teezoll-Stempel und Zollmarken. Die Beschriftungen auf den Teekisten geben Aufschluss darüber, woher der Tee kommt, wie viel er wiegt, wie viele Kisten zu der Partie gehören; die Invoice-Nummer verrät die Blattgrade der einzelnen Ernten in einem Teegarten oder auf einer Plantage. Die Größe der Kisten ist standardisiert, so dass eine Kiste Tee von Broken Tea 50 Kilogramm ergibt. Spezialitäten werden in halben oder vierte Kisten transportiert. Teekisten werden zu Kunstobjekten, Musikinstrumenten (Bass oder Skiffle), Sitzgelegenheit und Teetischchen. Teesets zum Verschenken werden oft in kleinen, rustikalen Kisten verpackt, angeboten, die sich im Bau an das große Original anlehnen. Selbst Teeschalen kann man in Teekisten-ähnlichen Holzverpackungen kaufen, die sogar die üblichen Beschriftungen und Stempel aufweisen.

 
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