Aromatisierte Tees
Stellvertretend für die vielen Möglichkeiten der Aromatisierung möchten wir hier drei klassische und vor allem natürliche Aromen vorstellen, die den Tees traditionell zugesetzt werden können: Rauch, Jasmin und Bergamotteöl.
Lapsang Souchong, der sogenannte Rauchtee ist ein schwarzer Tee, der gleich nach der Ernte und dem darauffolgenden Welken über langsam brennendem Kiefernholz (Wurzeln oder Zapfen) geräuchert wird, bevor er weiterverarbeitet wird. Meist wird er nach Abschluss der Verarbeitung nochmals geräuchert, der Tee dankt es mit einer richtig schwarzen Farbe und einem kräftigen Aroma. Die Farbe des Aufgusses bleibt aber unverändert zum Ursprungstee, meistens also kupferrot.
Das Raucharoma ist nicht so stark im Geschmack vertreten, wie man es gemeinhin annehmen mag. Für Liebhaber kräftiger Gerüche ist es allerdings ein wunderbarer Tee, der auch bei längerem Ziehen nicht bitter wird. Russische Karawanenteemischungen enthalten häufig Lapsang Souchong als Reminiszenz an die Zeit, als die mit den Teepaketen beladenen Kamele, Pferde und Planwagen immer wieder dem Rauch des Lagerfeuers ausgesetzt waren. Vielleicht fühlen Sie sich ja beim Genuss des Karawanentees auch an vergangene Zeiten an den Lagerfeuern der inneren Mongolei erinnert.
Jasmintee besteht üblicherweise aus Grünem oder Oolong-Tees, denen Blüten des echten Jasmins zugesetzt oder die über einem Dampfbad aus Jasminblüten erhitzt wurden.
Heutzutage wird meistens ein hochwertiger Tee als Basis benutzt, allerdings war es beispielsweise während der Sung-Dynastie (960-1279) eher ein Trick, um ältere Tees oder den etwas kraftlosen Herbsttee aufzuwerten. Die Anzahl und Größe der beigemischten Blüten bestimmen hauptsächlich den Geruch des Tees, im Geschmack schlagen sie sich nicht so dominant nieder. Trotzdem ein wunderbarer Tee, der ideal zum Frühling passt.
Der "Earl Grey" genannte Tee erhält seine besondere Note aus der Beimischung von Bergamotteöl. Die Bergamotte ist eine zitronenartig aussehende Bitterorange und wird eigens wegen des in der Schale vorhandenen, hocharomatischen Öls entlang der italienischen Küste angebaut.
Übrigens, der zweite Earl Grey war britischer Premierminister von 1830-34, ihm zu Ehren wurde diese parfümierte Schwarzteespezialität in England kreiert. Von wem und wann genau ist nicht überliefert worden. Allerdings gibt es mittlerweile auch Earl Greys, die auf grünen Tees und Oolongs basieren.
Hinzufügen muss man leider, dass die Tees häufig und seit einiger Zeit schon mit künstlich hergestelltem, angeblich naturidentischem Bergamottearoma versehen werden. Es ist klar, dass dieses Aroma nur noch in Ansätzen erahnen lässt, wie dieses eigentlich überaus komplexe Tee-Parfüm eigentlich riecht und schmeckt.


