Assam
Der indische Bundesstaat Assam liegt mehrere hundert Kilometer weiter östlich von Darjeeling, südlichöstlich des Himalayas. Die Teeanbauflächen liegen im Flachland, das durch regelmäßig Regen und die durchfließenden sehr feucht und sehr warm ist. Im Sommer sind 40°C keine Seltenheit, die Winter sind selten kälter als +10°C. Der kommerzielle Teeanbau erfolgt in dieser Region seit 1839, wegen der guten Erträge und weiterer Verarbeitungsfortschritte wurde Assamtee seit etwa 1870 billiger als der chinesische Tee auf dem Markt.
Durch den Anbau der tropischen, großblättrigen und sehr saftigen Assam-Teesträucher und deren Hybriden mit überwiegendem assamica-Anteil ist der hier erzeugte Tee neben der großen wirtschaftlich erzielbaren Menge von einer in Geschmack und Geruch her kräftigen Erscheinung geprägt.
Während die erste Ernte im Frühjahr einen noch recht hellen, aber kräftig schmeckenden Aufguss ergibt, macht der second flush das eigentlich Charakteristische des Assam-Tees aus: Sowohl die dunkelrotbraune Farbe der Schwarzen Tees, als auch das herzhaft kräftige, malzige Aroma auf der Zunge machen diesen Tee zu einem idealen Frühstückstee und Teil von Beimischungen von vielen weiteren Blends. Die Ostfriesenmischung besteht beispielsweise häufig zu drei Vierteln aus Assamtee.
Leider wird der Großteil des Assamtees nach den heftigen Monsunregen im Oktober geerntet, die Teesträucher danken das natürlich mit einem ungebremsten, schnellen Blattwachstum. Allerdings wird dieser geerntete "Regentee" der Bezeichnung Tee kaum gerecht, er ist recht dünn, kraft- und absolut charakterlos.
Assamtee verträgt sich übrigens noch annehmbar mit hartem Wasser, mit ein Grund für die große Beliebtheit in vielen deutschen Gebieten.


