Charakter der Tees der wichtigsten Anbaugebiete
Wie schon im Kapitel "Teesorten" kurz beleuchtet, erhält der Tee einen Großteil seines Charakters durch seine Herkunft. Tees aus ein und derselben Anbauregion haben daher auch, von der eventuell unterschiedlichen Verarbeitungsmethode abgesehen, gemeinsame typische Aromaeigenschaften zu bieten. So kann auch der nur etwas geübte Teeliebhaber mit verbundenen Augen herausschmecken, ob der ihm gereichte Schwarztee nun aus Darjeeling, aus China oder aus Assam kommt.
Eine weitere Rolle spielen die im Anbaugebiet vorhandenen klimatischen Bedingungen. Natürlich wachsen Teehybriden, die einen großen Anteil der assamica-Variation enthalten, nicht gut in Hochgebirgslagen. Entsprechend haben sich für die einzelnen Regionen jeweils ein paar erfolgreichen Teestraucharten durchgesetzt, die eben den Charakter der regionalen Tees prägen. Ähnlich ist es ja auch im Weinbau: Dort würde auch kein deutscher Winzer auf die Idee kommen, den in Baden-Württemberg heimischen, wärmeverwöhnten Trollinger in kühleren Weinbaulagen wie beispielsweise dem Saaletal anzupflanzen.
Eine Herkunftsbezeichnung ist allein noch kein Qualitätsmerkmal, schließlich gibt es in jedem Anbaugebiet auch einfachste Massenware, die nur gut genug sein muss, um das Wasser, dass den Teebeutel umgibt, einigermaßen zu färben. Ebenso wird auf dem Teemarkt von unseriösen Händlern auch gern die Ware umetikettiert. So erzählte mir ein Teehändler einmal, dass er eine Kiste angeblich japanischen Senchas (Grüner Tee) bekam, die aber eindeutig mit chinesischen Schriftzeichen bedruckt und deren Boden mit einer chinesischen Zeitung belegt war. Zwar meinte er, dass der gelieferte Tee auch nicht schlecht gewesen sei, aber er doch lieber die originale Ware für den gezahlten Preis hätte.
Im nun Folgenden möchten wir Ihnen einige große Anbaugebiete vorstellen.

