China
Wenn Ihnen am Abend nun nach einem leicht anregenden Tee ist, probieren sie doch einmal die chinesische Teezeremonie Gung Fu Cha aus. Verwenden Sie dazu einen groß- und möglichst ganzblättrigen Grünen oder Oolong-Tee aus der Szechuan-Region oder aus Taiwan sowie kleine, dünnwandige Teeschalen und eine kleine Kanne aus Porzellan. Wichtig: Benutzen sie nur sehr weiches Wasser, ggf. aus einem Wasserentkalker (Ionentauscher), den sie in jedem guten Teeladen bekommen.
Versammeln sie nun ihre "Tea Party" um sicher herum am Tisch oder stilecht auf dem mit Bastmatten und Sitzkissen belegten Boden. Spülen Sie die Tassen kurz mit heißem Wasser aus oder wärmen sie sie anderweitig an. Legen Sie nun einige Teeblätter - oder im Fall eines Gunpowder-Oolongs Teekügelchen - in die Kanne und übergießen Sie sie mit dem nicht mehr kochenden Wasser. Lassen Sie sie 10 Sekunden ziehen und gießen Sie dann den ersten Aufguss (in der freundlichen chinesischen Umschreibung "Aufguss des guten Geruchs") weg. Damit wird der Tee in den späteren Aufgüssen nicht mehr so bitter.
Gießen sie nun erneut heißes Wasser über die Teeblätter in der Kanne, lassen sie es nun etwas länger ziehen, ungefähr 40 Sekunden lang, schenken sie dann den Tee in die Schälchen aus. Genießen Sie den "Aufguss des guten Geschmacks" und im Folgenden die "Aufgüsse der langen Freundschaft".
Gute Tees geben durchaus bis zu zehn Aufgüsse her, die auch immer anders schmecken. Eine sehr interessante Erfahrung, die es einem ermöglicht, in Ruhe die wahre Qualität des Tees zu erkennen.
Allerdings sollte man sich auch nichts vormachen, irgendwann steht dann eher die Qualität des Leitungswassers geschmacklich im Vordergrund. Zucker, Milch oder gar Zitrone verbieten sich während dieser Zeremonie natürlich von selbst.


