Cornwall
Auch im von Rosamunde Pilcher so verkitschten Cornwall am südwestlichsten Zipfel der britischen Insel zwischen dem Kanal und der Irischen See wird Tee angebaut. Zwar kann man bei topographischen Erhebungen von knapp 400m nicht von Hochgebirgstee sprechen, allerdings herrscht dort ein ideales Kamelienwetter. Es ist im Sommer nicht zu warm, im Winter aber durch die Meeresluft nie zu kalt, dass die Sträuche erfrieren würden. Es regnet häufig und die Luftfeuchte ist ebenfalls recht hoch. Entsprechend populär wurde dort diese aus China und Japan eingeführte Pflanze als Bestandteil der großen englischen Park- und Gartenkultur.
Der sinensis-Teestrauch als eine Art dieser Pflanzenfamilie kann sich da nicht schlecht machen, dachte sich Jonathan Jones aus der Gebietshauptstadt Tregothnan und begründete 1999 eine kleine Teepflanzung nahe der Kleinstadt Truro, dem südlichsten Punkt der Britischen Insel. Die Plantage befindet sich an den Ufern dreier Flüsse und wird jährlich weiter ausgebaut. Dabei ist es nicht nur der von den britischen Medien verbreitete Kuriositätenfaktor, der den Anbau weiter beschleunigt. Der erzeugte Tee soll nämlich ganz hervorragend schmecken und als Schwarzteevariante sehr an Darjeeling erinnern. Dazu werden auch mehrere Blends, darunter auch der für England obligatorische Earl Grey mit chinesischen und indischen Tees angeboten.
Der rund um Truro produzierte Tee ist tatsächlich ökologisch, er wird ohne Chemikalieneinsatz hergestellt und ist per Internet oder in den großen Londoner Teeläden erhältlich.

