Teeseite

Die Teeseite



Die Erntegrade

An den immergrünen Teesträuchern werden nur die jungen Triebe und Knospen der Teesträucher abgeerntet, maximal die jüngsten 6 Blätter. Das entspricht etwa 5 bis 6 cm an einem Zweig.

Die erste Ernte im Jahr erfolgt im Frühling. Sie ergibt den in Darjeeling und Assam so bezeichneten "first flush". Da die Ausbeute noch relativ gering ist, die Blätter sehr blumig riechen und einen höheren Gehalt an Gerb- und Mineralstoffen als bei den späteren Ernten haben, ist dieser "first flush" besonders begehrt. Um das Aroma schnellstmöglich zum Teetrinker zu bringen, wird dieser Tee auch per Flugzeug transportiert. Er wird dann "Flugtee" genannt und auch entsprechend ausgepreist. Vorbei also die Zeiten der legendären Teeklipper-Rennen wie z.B. zwischen der "Cutty Sark" und der "Thermopylae" im Jahr 1872, als sich die schnellsten Segelfrachtschiffe von Shanghai und Bombay aus auf den Weg nach London machten, um den gebunkerten Tee nach 115 Tagen als Ersten des Jahres prestige- und vor allem gewinnträchtig in London versteigern zu lassen.
Tee

Die nächste Ernte erfolgt in den indischen Bundesstaaten Darjeeling und Assam im Frühsommer, der "second flush". Die Blätter haben schon mehr Farb- und Gerbstoffe angesammelt, der Aufguss wird dann entsprechend dunkler, auch haben sie nun ein weicheres, fruchtiges, nicht mehr so bitteres Aroma angesammelt.

Die Herbsternten ("autumnal teas") bietet eine noch tiefere Teefärbung, aber entwickeln nicht ganz das Aroma eines "second flushs", bietet dafür aber auch nicht die leichte Bitterkeit des "first flushs".

In anderen, dem Äquator näherliegenden Hochgebirgsregionen wie beispielsweise in Kenia, Java oder Brasilien wird das ganze Jahr über geerntet. Eine Unterscheidung in first/second flush und autumnal findet daher dort eher nicht statt.

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