Teeseite

Die Teeseite



Georgien

An den Südwesthängen des zum Schwarzen Meer hin abfallenden Kaukasus hat der Teeanbau schon eine einhundertfünfzigjährige Tradition. Zuerst vom Zar für die Eigenversorgung des russischen Riesenreichs eingerichtet - der offizirskij tschai war ein festes Ritual auch abseits der Armee -, hat der georgische bzw. grusinische Tee diese Funktion auch heute noch inne.

Leider ist es heutzutage außerhalb Georgiens kaum möglich, den hochqualitativen, aromatischen handgepflückten Schwarztee der kleinen Familienbetriebe zu bekommen, der den früher sehr guten Ruf des Tees ausmachte. Es dominiert die maschinell geerntete und ebenso maschinell zu Schwarztee verarbeitete Massenware der sinensis-Hybriden, die ihre meist lieblose Behandlung mit einem eher derben Geschmack quittieren.

Für die Zubereitung im Samowar - ein großer metallener Wasserkocher, auf dessen Spitze in der Abwärme des kochenden Wasser ein Kännchen mit extrem bitteren Teekonzentrat sein Dasein fristet - ist grusinischer Tee aber nach Ansicht vieler Russen, Ukrainer und Georgier unverzichtbar. Kein Eisenbahnwaggon, kein Hotelzimmer, kein Imbiss wäre dort ohne Samowar denkbar. Natürlich wird georgischer Tee auch lose oder in Teebeuteln angeboten, in Deutschland findet sich neben den mittlerweile verbreiteten russischen Lebensmittelgeschäften auch den einen oder anderen Teehändler, der diesen Tee führt. Ansonsten gibt es auch einige englische Teehändler, die die Spitzenqualitäten immer noch führen.

Als Bestandteil einiger Teemischungen findet dieser Tee ebenfalls Verwendung. Übrigens - der berühmte russische Karawanentee enthält keinen georgischen Tee, sondern meist allein chinesischer Tee.

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