Handelssorten
Gleich nachdem der noch unfertige Tee aus dem "Rollen" kommt, wird er während des Siebens je nach Blattgröße, -zustand und -art in die sogenannten Handelssorten eingeteilt. Beliebt und entsprechend teuer sind die jungen Blatt-Tees (Pekoe grade). Das chinesische Wort pek-ho bezeichnet eigentlich den weißen Flaum der jungen, noch nicht entrollten Teeknospen.
Als weiter abgestufte Qualitäten folgen dann Tees mit größeren Blattfragmenten (broken pekoe), kleinen Blatt - und Stielstückchen (Fannings) und dem Teestaub (Dust).
Fannings und Dust werden häufig für Teebeutel verwendet, da sie durch ihre große Oberfläche in heißem Wasser sehr schnell (1 bis 2 Minuten) ihren Geschmack und ihre Farbe entfalten. Größere Blatt-Tees müssen etwas länger ziehen und ergeben einen nicht so stark gefärbten Aufguss - enthalten aber essentiell dieselben Inhaltsstoffe wie die ausgesiebten Fragmente - zumindest, wenn man einen vertrauenswürdigen Hersteller hat. Gerade in vielen billigen Supermarkt-Teebeuteln steckt wirklich das Zusammengekehrte der Teeböden. Der Teebeutel wird dann zum echten "Dreck-Sack".
Die Bezeichnung "Orange Pekoe" geht übrigens zurück auf die Holländer, die damit die besten Ganzblatt-Sorten ihrer Teeplantagen auf Sumatra und Java kennzeichneten.
Auf den Packungen für Blatt-Tees stehen dann Bezeichnungen wie O.P. für Orange Pekoe, F.O.P. für "Flowery Orange Pekoe", die also schon einige Teeknospen enthalten, T.G.F.O.P. für "Tippy Golden Orange Pekoe" für einen sehr hohen Anteil an jungen Knospen bis zum beinahe etikettsprengenden F.T.G.F.O.P., das nur den besten und feinsten Tees verliehen wird.
Die nächst tiefere Qualität, die Broken Pekoes, werden dann entsprechend mit B.P. bezeichnet. Auch hier bestimmt im Wesentlichen die Anzahl an Buchstaben vor dem "B.P." den Anteil an jungen Teespitzen und damit auch direkt den Preis.
Fannings werden ebenso wieder in "Flowery" und "Tippy" unterschieden, jedoch gelangen sie selten mit ihren Abkürzungen "O.F." oder "T.G.F.O.F" in den Einzelhandel.
Bei Dust, dem Teestaub wird logischerweise nicht weiter in Handelsklassen unterschieden.
Ceylon-Tee unterscheidet man im Handel außerdem noch zwischen "low grown", "medium" und "high grown". Dies repräsentiert die Höhe (bis 650m, bis 1300m bzw. ab 1300m), auf der der entsprechende Tee angebaut wurde. Je höher die Anbaulage war, umso kräftiger wird der Tee im Geschmack sein.

