Wassermenge Tee
In den großen europäischen Teetrinkernationen wird Tee nicht tassenweise zubereitet, sondern eigentlich immer in einer größeren Kanne. Schließlich wird ja Tee bevorzugt in Gesellschaft getrunken, andererseits ist eine einzelne Tasse exzellenten Tees für eine Person allein auch meistens zu wenig, um sich in der Zubereitung zu lohnen.
Ideale Kannen sind aus Ton oder Porzellan gefertigt und tropfen nicht beim Ausgießen. Gut, so weit das Wunschdenken, natürlich tropfen sie immer. Durch die massiven Seitenwände halten sie aber einerseits länger die Temperatur als dünnwandige Glaskannen, brauchen aber auch eine längere Vorwärmphase. Einmal kurz heiß ausspülen reicht nicht, sie sollten schon eine Minute mit kochendem Wasser aufgewärmt werden.
Glaskannen wie die berühmte Wagenfeld-Kanne im Bauhaus-Design mit ihrem dünnen Glas oder die einfache Bodum-Kanne aus Plexiglas brauchen dafür nicht lange vorgewärmt werden und ermöglichen den Blick auf den Tee. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass Glaskannen aus dem hitzebeständigen Jenaer Glas (einer Art Laborglas, lebensmittelecht, verträgt große Temperatursprünge) gefertigt wurden. Man sollte sie dazu möglichst auf ein Teelicht-Stövchen absetzen können, um die Wärme länger zu halten.
Gießt man die Teeblätter lose auf, kann man auch einen Zwischenweg wählen. Man nimmt ein vorgewärmtes Zwischengefäß zum Brühen des Tees und gießt den Tee dann durch ein Teesieb in die Servierkanne. Oder man benutzt einen der gerade auch in Österreich verbreiteten Kaffee-Brühgefäße, die ein herunterdrückbares Sieb haben.
Unbedingt vermeiden sollte man Gefäße aus Metall, besonders Silberkannen - der Tee aus solchen Kannen schmeckt durch die in ihm gelösten Eiweiße ziemlich nach "Metall", ähnlich dem Geschmack, wenn man ein gekochtes Ei mit einem Silberlöffel isst.
Einen guten Darjeeling in einer 1 Liter-Kanne dosiert man ungefähr mit 2 gehäuften TL und noch einen halben TL für die Kanne. Assam und Ceylon dürfen auch gern mal einen halben Teelöffel mehr abbekommen. Ein Formosa-oder Java-Oolong kann man genau wie grünen Tee durchaus mit ca. 3 bis 4TL pro 1l-Kanne dosieren. Das kommt aber auf die Anzahl der gewünschten Aufgüsse und die Ziehzeit an.


