Teeseite

Die Teeseite



Mittelalter

Etwa ab dem Jahr 650 n. Chr. wird Tee durch buddhistische Mönche auch in Korea und Japan bekannt. Er wird - auch heute noch - in den Klöstern unter anderem dazu verwendet, während der stundenlangen Meditationen die Konzentration zu wahren und besonders in der dunklen Jahreszeit nicht einzuschlafen. Nicht nur durch diesen Verwendungszweck bedingt, verbreitete sich der Teeanbau und das Wissen um ihn zusammen mit dem Buddhismus in ganz Ostasien.

"Chajing" ("Das Buch vom Tee") wird folgerichtig auch von einem buddhistischen Mönch namens Lu Yu zwischen 760 und 780 geschrieben. Es gilt als das erste (erhaltene) Werk, das sich eingehend mit Teeanbau, Verarbeitung und Zubereitung beschäftigt. Er erwähnt darin, dass das Teetrinken mittlerweile auch im einfachen Volk verbreitet ist - zuvor bis zum Jahr 280 war Tee ein kaiserliches Getränk.

Der angebotene Tee bestand damals aus kuchenstückartig zusammengepressten Teeblättern, die in dieser Form auch getrocknet (über offenem Feuer oder in der Sonne) und dann zur Zubereitung sehr fein gemörsert wurden. Der entstandene Teestaub wurde dann entweder mit heißem Wasser aufgegossen oder einfach zusammen mit kaltem Wasser aufgekocht. Diese Form des Tees, "Ziegeltee" genannt, wird noch heute in China und der Mongolei verwendet und war lange Zeit ein wichtiges, weil leicht handelbares chinesisches Exportgut.

Aus dem 10. Jahrhundert ist ein in Sanskrit geschriebener medizinischer Text ("Nidana") aus Assam überliefert, der das Pflücken von shamapatra-Blättern der shamapani-Pflanze für Meditationszeremonien beschreibt. Historiker streiten allerdings noch darüber, ob damit die Teepflanze gemeint ist. Würde dieses zutreffen, wäre es das erste direkt überlieferte Vorkommen der Teepflanze in Indien. Es ist aber anzunehmen, dass der chinesische Tee auch damals schon von Händlern im nördlichen Indien verkauft wurde.

Während der Song- und der Ming-Dynastie (960-1279 bzw. 1368-1644) wurden besonders viele Standardwerke zum Thema Tee niedergeschrieben, ein sicheres Zeichen für die zunehmende wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. So durften Tribute an den Kaiser beispielsweise ab 1391 nur in Form von Tee abgeliefert werden - übrigens werden hier explizit "lose Teeblätter" erwähnt, der Ziegeltee des einfachen Volkes wurde verschmäht.

Über die Seidenstraße erreichten die Teekarawanen ab dem 10. Jahrhundert den arabischen Raum und begründeten auch dort eine große, ununterbrochene Teetradition. Marco Polo schreibt in seinen Berichten Ende des 13. Jahrhunderts leider nichts über Tee, erst 1559 taucht der Begriff "chai" in den Berichten des italienischen Geographen Giovanni Battista Ramusio auf. Dabei errichtet Portugal bereits 1557 die Handelskolonie Macao an der Südküste Chinas, allerdings befindet sich auf den heimfahrenden portugiesischen Schiffen erst Jahrzehnte später Tee in den Laderäumen. In Westeuropa wird auf dem Landweg transportierter Tee 1579 durch russische Kaufleute etwas bekannter.

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