Öko Tee
Durch die Bevorzugung von Hochgebirgstees bei den Teekennnern sind die Anbauflächen gerade in diesen Regionen sehr stark gewachsen. Entsprechend wurde der dort seit Jahrtausenden vorkommende natürliche Bergregenwald (Darjeeling, Ceylon, Südchina) ziemlich rücksichtslos gerodet um Anbaufläche zuschaffen. Die Teepflanze hat nun zwar eine sehr tiefe Pfahlwurzel (bis zu 6m), aber kein ausgesprochen breites Wurzelwerk, wie es für das Halten von Boden ideal wäre. Durch den Einsatz von Unkrautvernichtern und entsprechend breiten Schneisen für die maschinelle "Pflege" der Pflanzen mit Schädlingsbekämpfungsmitteln usw. bilden sich während der Monsunzeiten teilweise reißende Sturzbäche, die die dünne Bodenschicht mit forttragen. Erdrutsche sind die Folge, nicht selten treffen sie die tieferliegenden Dörfer, in denen die Pflücker wohnen. Nachdem diese Erkenntnis auch endlich im Bewusstsein der Plantagenbetreiber und Teehandelsunternehmen angekommen ist, gibt es daher mehrere Initiativen, um der Bodenerosion u.a. mittels Wiederaufforstung und durch Setzen geeigneter "Schattenbäume" die Teeplantagen zu stabilisieren. Die Teeverpackungen sind dann meistens mit den entsprechenden Logos oder Siegeln zusammen mit einer Erklärung bedruckt.
Ein weiterer großer Kritikpunkt am bisherigen Teehandel waren die fehlenden Rückstandskontrollen beim Tee. Die in Monokulturen angebaute Teepflanze wird das ganze Jahr über mit verschiedenen Fungiziden, Pestiziden usw. besprüht, die einerseits auf den Blättern haften bleiben können und andererseits in als Rückstandsprodukte innerhalb der Blätter vorkommen. Es gibt mittlerweile aber einige dem Projektstatus entwachsene Maßnahmen, um den Chemieeinsatz einzuschränken oder gar ganz auf diesen zu verzichten. Gute Teehändler weisen den Rückstandsgehalt ihrer eigenen Messungen auf dem Etikett mit aus.
In der Ökobilanz einer Tasse Tee schlägt sich aber auch extrem nieder, ob der Tee lose gekauft wurde oder aufwendig in einen Teebeutel verpackt wurde, der dazu noch in eine Papier- oder Plastikhülle eingetütet wurde, bevor er in einer Schachtel Platz findet, die abermals mit Plastikfolie umhüllt wurde.
Verzichtet man auf diesen Prozess, wird man bei losem Tee durch einen geringeren Preis pro Gramm belohnt. Weiterhin ist es auch für das ungeübte Auge möglich, den sonst im Beutel versteckten Tee etwas genauer anzuschauen. Und am wichtigsten - man hat bei losem Tee ein so enorm besseres Angebot an guter Ware.


