Irland und England
Ganz ähnlich - und unter ähnlichen sozialen Begleiterscheinungen - wie in Ostfriesland wird der Tee übrigens in Irland und England getrunken, allerdings wird statt der Sahne (warme) Milch verwendet. Die Teemischung ist bei den Iren genau wie bei den Schotten üblicherweise etwas herber als bei den Ostfriesen und Engländern.
Zum Tee wird eine Auswahl an "finger sandwiches" gereicht, die vom einfachen, aber sehr erfrischenden Gurkensandwich über das Eiersandwich bis hin zum vornehmen Roastbeefsandwich reichen. Alternativ kann man auch die in East Anglia beheimatete Little Scarlett oder eine herb-süße Walderdbeer-Konfitüre auf die frischgebackenen Scones streichen, die man dann dick mit clotted cream verziert. Wer das Risiko beschädigter Zahnkeramik nicht scheut, kann auch gern einmal den etwas neueren schottischen Brauch des in einem dünnen Teig frittierten Marsriegels zum Tee genießen.
Der Afternoon Tea findet aber auf jeden Fall bevorzugt im Garten, vor dem Kamin oder in der für Großbritannien geradezu typischen Fensterausbuchtung des Wohnzimmers statt.
Empfehlenswert ist auf jeden Fall auch der traditionelle hanseatische Nachmittagstee, der beispielsweise im Hotel "Atlantique" oder im "Vier Jahreszeiten" in Hamburg gereicht wird. Sehr gemütlich, ruhig, stilvoll, mit einer exzellenten Teekarte und guten Beilagen, aber nicht unleistbar teuer und besonders im Winter aufwärmend und entspannend.


