Der Teestrauch
Zur Abgrenzung von den sogenannten Kräutertees und anderen Aufgüssen von Früchten, Blüten und Blättern wird Tee laut dem deutschen Lebensmittelrecht allein aus den Blättern, Blattknospen und zarten Stielen des Teestrauches gewonnen. Demzufolge dürften sich Früchte- und Kräuteraufgüsse also gar nicht Tee nennen.
Die in Westeuropa üblichen Bezeichnungen "Tee", das englische "tea", das französische "thé" und in Italien und Spanien übliche "té" gehen auf das Wort "cha" aus der hochchinesischen Sprache (Mandarin) zurück, allerdings in seiner im bergigen südchinesischen Fujian üblichen Aussprache "thek". Da Westeuropa seinen Tee ab ungefähr 1600 per Schiff bezog und diese Schiffe meistens nur Südchina im Raum um Kanton erreichten, hat sich bei diesen Nationen der Wortstamm "thek" manifestiert. In Deutschland wurde Tee bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts übrigens auch offiziell "Thee" geschrieben.
Andere europäische und asiatische Völker, die den Tee auf dem Landweg über Karawanen aus China bezogen, zum Beispiel Russen, Mongolen, Turkvölker, Araber und Perser, nannten ihn gemäß der nordchinesischen Aussprache "cha" einfach "chai", tschai oder çay.
Aber nicht nur das bekömmliche, manchmal beruhigende, manchmal anregende Getränk fand über den Land- und Seeweg rasche Verbreitung: Auch der Teestrauch selbst wurde zum Exportgut und so kommt es, dass Tee heute nicht nur in China, sondern auch in vielen Ländern an den alten Handelsrouten angebaut und genossen wird.

