Verantwortungsvoller Teegenuss
Selbst wenn man im Teeladen einen Darjeeling der preislichen Spitzenklasse kauft, der vielleicht 15 Euro pro 100g kostet, erhält man daraus locker 15 Liter Tee. Man bezahlt also dabei einen Euro pro Liter.
Für ebendiese 100g Tee mussten die Arbeiter und Arbeiterinnen der Plantage in den kalten Morgenstunden, teilweise während des Monsunregens auf glitschigen Abhängen, die Blätter mit ihrer Kombination aus Heckenschere und Auffangbeutel etwa 1200 der kleinen Blätter schneiden. Sie werden nach geernteter Menge und dabei erzielter Qualität bezahlt. Die Entlohnung ist auf konventionell geführten Plantagen natürlich im besten Fall nicht gerade üppig, im schlechtesten Fall aber geradezu miserabel und reicht kaum für das Überleben aus.
Man geht davon aus, dass die Arbeitsentlohnung mit nur ca. 3% in den Endverkaufspreis eingeht, die restlichen 97% sind die Summe aus den Kosten für die Plantage, die Teeverarbeitung, Verpackung, Transport, die Handelsspanne und natürlich Steuern.
Bedenkt man weiterhin, dass für die Errichtung der Teeplantage der ursprüngliche Gebirgsurwald, der weite Teile der Region um die Stadt Darjeeling einst bedeckte, gerodet wurde und viele seltene Arten wie der Kleine Panda (englisch: Firefox) damit ihrer Heimat beraubt wurden und die Gebirgshänge nun extrem durch Erosion bedroht sind, sollte man auch als Käufer für einen verantwortungsvollen Teegenuss eintreten. Idealerweise achtet man also bereits beim Kauf auf den Stammbaum des Tees, schaut, ob er ökologisch angebaut wurde und alle am Produktionsprozess und der Wertschöpfungskette Beteiligten fair entlohnt wurden. Der so erworbene Tee muss übrigens pro Gramm nicht teurer sein als das, was große Teefabriken in die aufwendig gestalteten und verpackten Teebeutel füllen.

