Weißer Tee
Der Name leitet sich von den benötigten jungen, noch ungeöffneten Blattknospen an den Spitzen der sinensis-Teestrauchtriebe her. Sie sind von einem silbrig-weißen Flaum umgeben und werden, ähnlich wie beim japanischen Gyokuro, auf den Plantagen durch eigens gesetzte Schattenbäume vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.
Die im Frühjahr handgeernteten Teespitzen werden zuerst für einige Stunden im Schatten gelüftet, um das Kondenswasser der morgendlichen Ernte abtrocknen zu lassen. Dann lässt man die Blätter bis zum späten Nachmittag unter konstanten Bedingungen welken, um sie danach für einige Minuten mittels über 100°C heißer Luft fertig zu trocknen. Es folgen eine Aussortierung per Hand und ein weiterer Trocknungsprozess mit Heißluft. Weißer Tee wird nicht weiter geröstet, sondern dann sofort verpackt.
Weißer Tee enthält etwas höhere Konzentration an Catechinen (Gerbstoffe), Koffein und Theobromin als Grüner Tee und wird auch durch seine gesundheitsfördernden Eigenschaften entsprechend sehr geschätzt. Die durch die sehr kleinen Blattknospen (30.000 davon ergeben etwa ein Kilogramm fertigen Tees) und die nötige manuelle Auslese unendlich aufwendige Herstellung haben natürlich ihren Preis. Die beispielsweise in der südchinesischen Provinz Fujian hergestellte Sorten "Yin Zhen" (Silberne Nadel) und "Yin Long" (Silberner Drache) kosten durchaus bis zu 20€ pro 100g.
Allerdings werden auch in den indischen Teeanbaugebieten sowie auf Ceylon und in Kenia ganz hervorragende Weiße Tees erzeugt.
Bei der Zubereitung sollte man im Gegensatz zum Schwarztee auf kochendes Wasser verzichten, ein Mehrfachaufguss ist möglich und auch sehr interessant - denn jeder Aufguss schmeckt etwas anders.


