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Tee Handelssorten

Tee wird als Aufgussgetränk aus Blättern, Knospen, Stielen und Blüten verschiedener Pflanzenarten hergestellt. Einige Sorten bestehen auch aus Rinden oder Wurzeln von bestimmten Gewächsen. Tee dient in der Naturheilkunde sowie in der traditionellen chinesischen Medizin als natürliches Heilmittel und wird gegen diverse Beschwerden sowie Erkrankungen eingesetzt. Vorrangig werden Aufgussgetränke jedoch als Genussmittel verwendet. Die verschiedenen Teesorten unterscheiden sich in der Art der Herstellung, in der Art der Zubereitung sowie durch die verwendeten Pflanzenarten. Zu den Ländern mit den größten Produktionsmengen von verschiedenen Tees zählen China, Indien und Kenia.

Klassifizierung von Teearten nach dem Herstellungsprinzip

Ursprünglich wurde Tee ausschließlich aus frischen und losen Pflanzenteilen hergestellt. Da sich frische Blätter, Knopsen oder Blüten nicht für eine längere Lagerung eignen, wurden vier Verfahren entwickelt, durch welche der Tee auf traditionelle Art getrocknet wird. Die Verfahren ermöglichen eine längere Lagerung der verschiedenen Teesorten.

Weißer Tee

Weißer Tee ist nur zu 2 Prozent anfermentiert.
Die frischen Blätter werden von Hand gepflückt und etwa drei Stunden gelüftet. Das Welken erfolgt bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent und Temperaturen von 25 Grad Celsius. Dieser Prozess nimmt ungefähr 12 Stunden Zeit in Anspruch. Eine erste Trocknung wird bei circa 130 Grad für etwa 15 Minuten vorgenommen. Anschließend folgt eine Sortierung durch Handarbeit. Die zweite Trocknung geschieht bei 130 Grad für circa 12 Minuten. Nur aus besonders hochwertigen Teesorten kann weißer Tee hergestellt werden.

Grüner Tee

Die Blätter von grünem Tee werden nicht oxidiert. Sie welken nach der Pflückung über offenem Feuer und trocknen anschließend.

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee wird durch Oxidierung der Blätter hergestellt. Der Prozess des Oxidierens wird nicht gestoppt.

Oolong

Bei der Herstellung des chinesischen Tees erfolgt eine Oxidierung nur teilweise. Der Vorgang wird durch ein Erhitzen der Blätter gestoppt. Oolong eignet sich zum mehrmaligen Aufgießen.

Gelber Tee

Gelber Tee wird ausschließlich in China hergestellt. Nach der Pflückung von Hand erfolgt eine minimale Oxidation. Das Aufgussgetränk ist aufgrund der hohen Qualität besonders hochpreisig.

Tee Handelssorten

Tee Handelssorten ©iStockphoto/nevodka

Nachvergorener Tee

Nachvergorener Tee wird im asiatischen Raum als Schwarztee gehandelt und erinnert in der Färbung an Kaffee. Für die Herstellung ist eine Reifung der verwendeten Pflanzenteile von mehren Monaten bis Jahren nötig.

Handelssorten

Im europäischen Raum sind die Teesorten Ceylon, Darjeeling und Assam sehr bekannt.

Ceylon

Der Begriff „Ceylon“ benennt verschiedene Teesorten aus Sri Lanka. Der Name des Inselstaats lautete bis 1972 Ceylon. Die Schwarztees weisen einen leicht herben und malzigen Geschmack sowie ein frisches Zitrus-Aroma auf. Ceylon ist auch als grüner Tee erhältlich und häufig Bestandteil von englischen Mischungen. Sri Lankas relevante Anbaugebiete für Tee sind Nuwara Eliya, Uva und Dimbula.

Darjeeling

Der Darjeeling stellt eine der bestrenommierten Teesorten dar und wird in Indien hergestellt. Im Allgemeinen werden alle Teesorten, welche in der Region der indischen Stadt Darjeeling produziert werden, unter dem Namen gehandelt. Es existieren also grüne, weiße, gelbe Tees sowie Oolong. Im Speziellen wird mit der Bezeichnung Darjeeling jedoch ein oxidierter, dem schwarzen Tee zugeordneter Tee benannt.
Eine Pflückung erfolgt nach strengen Regeln, es werden von jedem Pflanzentrieb lediglich eine Knospe und zwei Blätter geerntet. Darjeeling ist als „First Flush“ mit heller gelblicher Färbung, als „In-between“ mit blumigem Aroma, als „Second Flush“ mit kräftigem Geschmack sowie als „Autumnals“ mit leicht bitterem Aroma erhältlich.

Assam

Assam stammt aus dem gleichnamigen Anbaugebiet im Nordosten Indiens. Es sind sowohl Schwarztees als auch Grüntees erhältlich. Vorrangig wird jedoch schwarzer Assam hergestellt, welcher ein malziges Aroma aufweist. Die in Deutschland sehr beliebten Ostfriesen-Mischungen bestehen zum Teil aus Assam-Tees. Die Region Assam zählt zu den weltweit größten Anbaugebieten für Aufgussgetränke.

Zu den populärsten Sorten von weißem Tee zählen „Mee Sum“ und „Pai Mu Dam“. Die beliebteste Schwarztee-Sorte ist der Darjeeling. Grüner Tee ist unter den Namen „Gunpowder“ sowie „Sen Cha“ bekannt. Eine populäre Oolong-Sorte stellt „Dong Ding Oolong Cha“ dar. Nachvergorener Tee wird auch „Pu-erh-cha“ genannt und ist als „Palace of Puh erh“ erhältlich.

Kräutertee

Nach dem Lebensmittelrecht lautet die korrekte Bezeichnung für Kräutertees „Teeähnliche Erzeugnisse“. Es handelt sich hierbei um aromatisierte Aufgussgetränke, welche aus getrockneten oder frischen Pflanzenteilen hergestellt werden. Für die Zubereitung wird heißes bis kochendes Wasser benötigt. Kräutertees bestehen zumeist aus Blättern oder Samen, manchmal auch aus Blüten oder als Mischung mit Teilen von Früchten. Beliebte Kräuter für diese Art von Tee sind Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Rooibos und Brennnessel.

Zu den Kräutertees zählen teeähnliche Erzeugnisse, welche als Genussmittel angeboten werden sowie Arzneitees, die als frei verkäufliche Heilmittel erhältlich sind. Es existieren auch einige Sorten, welche ausschließlich in Apotheken angeboten werden. Kräutertees stammen überwiegend aus größeren Anbaugebieten. Bestandteile wie Holunderblüten oder Lindenblüten werden häufig wild gesammelt.

Früchtetee

Auch die Früchtetees gehören zu den teeähnlichen Erzeugnissen. Sie sind als fruchtige Mischungen oder in klassischer Form aus nur einer einzigen Pflanzenart erhältlich. Fruchtige Aufgussgetränke enthalten in der Regel kein Koffein.

Beliebte Zutaten für Mischungen sind Hagebutten und seit einiger Zeit auch Cranberries. Loser Früchtetee wird als Grobschnitt angeboten, Beutel enthalten vorrangig Feinschnitt. Kleine Beeren oder auch Samen werden, sofern sie in Früchteteemischungen Verwendung finden, nicht zerkleinert. Die Bestandteile von fruchtigen Aufgussgetränken werden überwiegend aus kultiviertem Anbau gewonnen. Früchte wie Hagebutten sind nicht kultivierbar und werden wie einige Kräuter wild gesammelt. Beliebt sind auch Früchtetees aus Sanddorn oder Äpfeln.

Sortimente nach der Art des Angebots

Aromatisierte Teesorten

Klassische Aroma-Tees haben ihren Ursprung in China. Grüner Tee oder Mischungen aus Grün- und Schwarztees werden durch die Zugabe von frischen Blüten angereichert. Jasmintee und Rosentee sind die populärsten klassischen Aroma-Teesorten.

Im europäischen Raum sind schwarze sowie grüne Tees mit natürlichen Aromen sehr beliebt. Bekannte Aromen sind Zitrusfrüchte oder Kirschen, Gewürze wie Anis oder Zimt werden häufig für winterliche Mischungen verwendet.
Der vor allem in England häufig getrunkene Earl Grey stellt einen der ältesten aromatisierten Tees dar. Er enthält das Öl der Bergamotten-Frucht.
Zu den industriell hergestellten Aromen für Tees zählen Geschmacksvarianten wie Schokolade, Erdbeere, Sahne oder Mandel. Industriell aromatisierte Teesorten werden in der Regel nicht aus besonders hochwertigem Tee hergestellt, da er hier lediglich als Träger für die Aromen fungiert.

Rösttees und Rauchtees

Rösttees werden zumeist aus grünem Tee hergestellt. Bei der Herstellung werden die verwendeten Teile bei hohen Temperaturen geröstet, bis die Oxidation endet. Dabei gehen die meisten Bitterstoffe sowie das Koffein verloren. Rösttee hat ein malziges, nussiges Aroma und weist eine bräunliche Färbung auf.
Rauchtee wird durch das Räuchern bei der Trocknung von Blättern über harzreichem Holz hergestellt. Durch dieses Verfahren erhält der Tee ein besonders kräftiges Aroma.

Neben der Sorte des Tees bestimmen verschiedene Bezeichnungen sowie Abkürzungen auf den einzelnen Produkten auch die Größe der Teeblätter sowie ihre Beschaffenheit. Blatt-Tee-Sorten sind unter anderem mit den Aufschriften „P“ für „Pekoe“ , also rundes Blatt, mit „OP“ für „Orange Pekoe“ und „BPF“ für Broken Pekoe Fannings“ versehen. Kleinblättrige Sorten werden unter den Aufschriften „BP“ für „Broken Pekoe“, also geschnitten, „OF“ für „Orange Fannings“ und „D“ für „Dust“ in den Handel gebracht. CTC-Produktionen sind mit „BP“, „PF“ oder „PD“ für „Pekoe Dust“ versehen.

Die Bezeichnung „Pekoe Grade“ steht für besonders hochwertigen und jungen Blatt-Tee. Abgeleitet wurde der Begriff vom chinesischen Wort „pek-ho“, welches den weißen Flaum von frühen Teeknospen benennt. Tees mit gröberen Blattfragmenten werden unter der Bezeichnung „Broken Pekoe“ gehandelt, kleinere Blattstücke und Teile von Stielen sind in der Kategorie „Fannings“ zusammengefasst. Weniger hochwertig sind Tees mit der Bezeichnung „Dust“. Fannings und Dust finden überwiegend in Teebeuteln Verwendung. Sie entfalten aufgrund ihrer Größe das Aroma in heißem Wasser relativ schnell. Tees mit größeren Blättern müssen länger ziehen. „Orange Pekoe“ bezeichnete ursprünglich hochwertige Teesorten aus niederländischem Anbau auf Java und Sumatra. Die Aufschrift „Flowery“ gibt Auskunft über im Tee enthaltene Knospen. „Tippy“ bedeutet einen besonders hohen Anteil an Knospen im Tee. Die qualitativ hochwertigsten Tees werden mit der Aufschrift „F.T.G.F.O.P.“ versehen. Bei „Broken Pekoe“ werden die enthaltenden jungen Knospen ebenfalls mit vorstehenden Buchstaben gekennzeichnet. Fannings werden auch in „Flowery“ und „Tippy“ unterteilt. Der Teestaub, also „Dust“, weist keine weiteren Kategorisierungen auf.
Ceylon-Sorten werden in drei Gruppierungen unterteilt. Die Bezeichnungen „Low Grown, „Medium“ und „High Grown“ beziehen sich auf die Höhe des Anbaugebiets der jeweiligen Tees.

Die Qualitätseinstufung von Tee erfolgt außerdem durch die Zeit der Ernte. „First Flush“ bezeichnet die erste Ernte im Frühling und enthält zumeist sehr kleine Blätter. „Second Flush“ ist die zweite Ernte im Frühjahr. Zwischen diesen beiden Zeiten gesammelte Tees werden als „In-betweens“ bezeichnet. „Autumnal“ wird die Pflückung im Herbst genannt. „In-betweens“ und die Ernte im Herbst weisen eine niedere Qualität auf als die Pflückungen des Frühjahrs und sind häufig preisgünstiger.

Grüner Tee wird in „Gunpowder“, „Chun-Mee“, „Natural Leaf“ und „Matcha“ unterschieden. „Matcha“ ist pulverisierter Tee, „Natural Leaf“ bezeichnet Tee aus ganzen Blättern, „Chun-Mee“ ist mit der Bezeichnung „Flowery“ vergleichbar und „Gunpowder“ sind junge, zu kleinen Kugeln gerollte Blätter aus der Ernte im Frühling.

Flugtee

Flugtee wird frisch aus den Anbaugebieten eingeflogen. Hierbei handelt es sich um besonders hochwertige Sorten, welche ihr Aroma nur kurz nach der Ernte adäquat entfalten können. Gyokuro und Sencha werden zu diesem Zweck aus Japan eingeflogen. Gyokuro gilt als einer der exklusivsten japanischen Grüntees. Auch Darjeeling aus erster Pflückung wird als Flugtee angeboten.

Tee und seine Handelsformen

Weitestgehend unabhängig von Arten und Sorten verschiedener Aufgussgetränke ist Tee in mehreren Formen erhältlich. Getrocknete Blätter, welche als Ziegel, Kugeln oder „Cakes“ erhältlich sind, werden unter der Bezeichnung „Gepresster Tee“ zusammengefasst. Vor allem Pu-Erh-Tee wird in dieser Form gehandelt. Loser Tee ist nicht portioniert und besteht aus Blättern, Stielen, Knospen oder Pulver. Portionierter Tee wird in Beuteln oder auch Kapseln und Pads gehandelt.

Je nach Sorte, Art, Qualität und Form variieren die Zubereitungsweisen in der Temperatur des aufgegossenen Wassers sowie in der Länge der Zieh-Zeit. Bestimmte Tees werden mit Zucker, mit Milch oder Honig getrunken, andere Sorten sind für den puren Genuss besser geeignet.