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Tee aus biologischem Anbau

Die Nachfrage nach Lebensmitteln, die aus biologischer Herstellung stammen, wird mit dem zunehmenden Bewusstsein für nachhaltige und gesunde Ernährung in unserer Gesellschaft immer größer. Stand zuerst für viele Konsumenten das Verhindern von Tierleid im Vordergrund, hat sich der Ruf nach biologischen – und damit gesünderen – Lebensmitteln auch auf den Anbau von pflanzlicher Nahrung ausgeweitet. Die Landwirtschaft hat sich auf den Wunsch der Konsumenten eingestellt und produziert mittlerweile Bio-Gemüse, Bio-Obst und Bio-Getreide. Mittlerweile sind nahezu alle Naturprodukte aus biologischem Anbau erhältlich, darunter auch die verschiedensten Arten von Bio-Tee.

Was genau ist Bio?

Bio ist zwar in aller Munde, doch die wenigsten Konsumenten wissen, was sich hinter dem oft zitierten Ausdruck tatsächlich verbirgt. Als biologisch oder ökologisch dürfen nur Produkte bezeichnet werden, die ohne Gentechnik und Wachstumsförderer produziert und nur mit natürlichen Dünge- und Pflanzenschutzmittel behandelt wurden. Statt Kunstdünger und Spritzmittel kommen zum Beispiel Kompost und natürliche Feinde der Schädlinge zum Einsatz. In der biologischen Landwirtschaft wird außerdem auf eine möglichst schonende und nachhaltige Nutzung des Bodens geachtet, damit seine Fruchtbarkeit so lange wie möglich erhalten bleibt. Die ideale Form von biologischem Ackerbau ist der geschlossene natürliche Kreislauf. Die Pflanzen ernähren die Tiere, die Tiere düngen den Boden und dieser gibt die Nährstoffe wiederum an die Pflanzen weiter. Durch diesen relativ aufwändigen Anbau, der sowohl viel Zeit und Geduld, als auch Erfahrung und Know-how erfordert, ist die Ausbeute nicht so hoch und keine Massenproduktion möglich, was die Bio-Produkte für den Endverbraucher im Vergleich etwas teurer werden lässt.

Oft werden Bio-Lebensmittel auch mit dem Vermerk „aus kontrolliert biologischem Anbau“ oder „aus kontrolliert ökologischem Anbau“ gekennzeichnet. Die Bezeichnungen „aus naturnaher Landwirtschaft“, „naturreines Produkt“ oder „aus umweltgerechtem Landbau“ weisen hingegen nicht darauf hin, dass die Lebensmittel nach den Vorschriften für biologische Herstellung produziert wurden.

Woran erkenne ich Bio?

Laut der „Verordnung (EWG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologisch/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen“ dürfen folgende Begriffe nur für Lebensmittel verwendet werden, die den von der EU festgelegten Richtlinien für biologische Landwirtschaft entsprechen: Bio, Öko, biologisch, ökologisch, biologisch-dynamisch und biologisch-organisch.

Um Bio-Produkte zu kennzeichnen, ohne dass der Konsument das Kleingedruckte lesen muss, wurden von unabhängigen Organisationen eigene Logos und Gütesiegel entwickelt. Sind diese auf den Verpackungen sichtbar, kann davon ausgegangen werden, dass die Lebensmittel nach biologischem Standard produziert und verarbeitet wurden. Dies ist in Deutschland seit dem Jahr 2001 das sechseckige, grün umrandete Bio-Gütesiegel, welches die Herkunft aus ökologischer Landwirtschaft garantiert. Seit 2010 gibt das grüne EU-Blatt (mehrere grüne Sterne, die die Form eines Blattes bilden) Auskunft über die Einhaltung der EG-ÖKO-Verordnung (EG) Nr. 889/2008. Lebensmittel, die dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen nicht in den EU-Markt aufgenommen werden. Mindestens einmal im Jahr wird die Einhaltung dieser Richtlinien ohne vorhergehende Anmeldung von EU-Kontrollstellen von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zur Verpackung überprüft. Weitere Gütesiegel, deren Aufdruck teilweise noch strengere Richtlinien voraussetzt, sind die Logos von Naturland, Bioland oder Demeter. Letzteres zertifiziert Bio-Lebensmittel schon seit dem Jahr 1928.

Was heißt Bio in Bezug auf Tee?

Tee gehört schon von Natur aus den reinsten und natürlichsten Lebensmitteln auf unserem Planeten und ist nach Wasser das am meisten konsumierte Getränk der Welt. Allerdings werden im konventionellen Anbau die gesunden Bestandteile der Teepflanze des Öfteren durch künstlichen Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel verunreinigt. Dies schmälert nicht nur die Reinheit, sondern auch Geschmack und Qualität des Tees, der letztendlich in der Tasse duftet.

Bio Tee

Bio Tee ©iStockphoto/Cylonphoto

Da Tee ein Produkt ist, das hauptsächlich in Dritte-Welt-Ländern hergestellt wird, ist das Risiko einer Schadstoffbelastung um ein Vielfaches höher, als in europäischen Ländern, die bezüglich Natur- und Umweltschutz strengen Gesetzen unterliegen. Hochgiftige Pestizide, wie zum Beispiel DDT, Lindan, Hexan oder Benzole, die in Deutschland längst verboten sind, dürfen in vielen Ländern der Dritten Welt immer noch eingesetzt werden, von allgemeiner Luft- und Umweltverschmutzung ganz zu schweigen. Viele der aggressiven Pestizide können noch Jahre nach ihrem Einsatz im Boden und im Grundwasser nachgewiesen werden, da sie nicht biologisch abbaubar sind, und gefährden so den ökologischen Kreislauf über einen langen Zeitraum.

Aus diesem Grund haben sich auch die bekannten Tee-Märkte in China, Japan, Sri Lanka und Indien zunehmend auf den Bio-Wunsch des europäischen Marktes eingestellt. Durch biologischen Anbau können nicht nur die Teepflanzen in ihrer reinen Form geerntet, sondern auch die empfindlichen Ökosysteme geschützt und neu aufgebaut werden. Durch die nachhaltige Landwirtschaft und den Verzicht auf Chemie und Gentechnik gelangen um einiges weniger Schadstoffe in den Boden und weiter ins Grundwasser, was sich auch auf die Umwelt und die dort lebenden Menschen positiv auswirkt.

Viele Erzeugerländer versehen ihre Produkte bereits mit einem Echtheitszeugnis ihrer staatlichen Handels- bzw. Exportorganisationen oder Gesundheitsbehörden (zum Beispiel die Japan Tea Exporter’s Association), um zu verhindern, dass gefälschte Bio-Tees in Europa importiert werden. Mittlerweile zählt Tee in der EU zu den am stärksten kontrollierten Lebensmitteln. Viele heimische Großhandelsmarken und Teefachhändler achten ebenfalls strikt auf die Herkunft ihrer Rohstoffe. Sind die bereits erwähnten Gütesiegel auf den Verpackungen vorhanden, kann davon ausgegangen werden, dass der Tee auch im Herkunftsland nach den biologischen Richtlinien der EU angebaut und verarbeitet wurde.

Auch Tees aus heimischen Kräutern, sei es Brennnessel, Salbei, Kamille oder Holunderblüten werden in schonenden Verfahren geerntet, getrocknet und abgepackt. Bei Bio-Tees müssen auch die zusätzlichen Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Vanille, Ingwer oder Zitronengras, aus biologischem Anbau stammen und es dürfen keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten sein.

Wie sieht biologischer Anbau von Tee aus?

Wie auch im normalen Landwirtschaftsbetrieb, der den Richtlinien des biologischen Anbaus entspricht, werden auf ökologisch orientierten Teeplantagen alternative Methoden zu gesteigertem Wachstum und Schutz der Pflanze vor Schädlingen und Krankheiten angewendet. Und so dämmen statt Spritzmitteln geflochtene Matten aus Stroh und Bast den Wuchs von Unkraut und für die Bekämpfung von schädlichen Insekten kommen statt giftigen Insektiziden Frösche, Eidechsen oder andere Nützlinge zum Einsatz. Neben den natürlichen Fressfeinden der Schädlinge werden auch innovative, biologisch abbaubare Pflanzenschutzmittel verwendet, die zum Beispiel auf der Basis von Wirkstoffen aus insektenfressenden Pflanzen hergestellt werden.

Die Schadstoffe, die nach wie vor im Tee vorhanden sein können, werden nicht direkt vom Körper aufgenommen, da die Teeblätter nicht verzehrt werden, sondern nur der Aufguss getrunken wird. Dennoch können die Konsumenten sicher sein, dass über den Verzehr von biologisch angebauten Tees um ein Vielfaches weniger schädliche Substanzen in den menschlichen Organismus gelangen, als über herkömmlich kultivierte Tees.

Auch bei der Ernte und Weiterverarbeitung wird auf die behutsame Behandlung der Teeblätter geachtet. Je nach Teesorte werden die Knospen, jungen oder bereits reifen Blätter der Teepflanze von Hand geerntet und zum Welken bzw. Trocknen ausgebreitet. Danach werden die frisch gepflückten Blätter erhitzt, geröstet oder gedämpft und damit unterschiedliche Grade der Fermentation erreicht. Durch diese äußerst schonende Behandlung bleiben nahezu hundert Prozent der natürlichen Geschmacks- und Wirkstoffe im Tee erhalten und es müssen keinerlei künstliche Aromastoffe beigemischt werden.

Wo bekomme ich Tees aus biologischem Anbau?

Die erste Anlaufstelle für gesundheitlich völlig unbedenkliche Tees mit rein biologischen Inhaltsstoffen sind eigene Teefachgeschäfte. Diese wissen meist sehr genau, aus welchen Plantagen ihre Rohstoffe stammen und wie die Bedingungen dort aussehen. Der weitere Vorteil dieser exklusiven Shops ist, dass die Inhaber gleichzeitig auch als Berater fungieren, die nicht nur über die Herkunft, sondern auch über die Wirkung der Tees Bescheid wissen. In angenehmer Atmosphäre stellen sie ihren Kunden meist gerne Kostproben zur Verfügung, die die Entscheidung für den richtigen Tee erleichtern. Zusätzlich zu den wohltuenden Kräutern wird dem Konsumenten hier auch ein entspannendes Ambiente, Gemütlichkeit und soziale Interaktion verkauft.

Neben den doch äußerst exquisiten und meist auch hochpreisigen Teefachgeschäften, sind Bio-Tees auch in eigenen Bio- und Naturkostläden erhältlich. Hier erhält der Kunde zwar keine derart umfassende Beratung wie in Fachgeschäften, und auch die Qualität der Tees ist nicht mehr ganz so hochwertig, allerdings immer noch einwandfrei.

Bio-Tees werden mittlerweile nicht mehr nur in Teefachgeschäften und Naturkostläden vertrieben, sondern haben auch Einzug in viele große Supermarkt-Ketten erhalten. Namhafte Marken wie Teekanne oder Twinings haben mittlerweile Bio-Tees in ihr Sortiment aufgenommen. Andere Unternehmen, wie Alnatura, Sonnentor oder BioBio, haben sich gänzlich auf die Herstellung von biologischen Tees spezialisiert. Mittlerweile stammen etwa 10 Prozent der verkauften Teesorten aus biologischem Anbau – Tendenz weiter steigend.

Welche Auswirkungen haben Tees aus biologischem Anbau auf meine Gesundheit?

Vor allem haben die natürlichen Inhaltsstoffe in den verschiedensten Kräutertees wirken sich besonders positiv auf die Gesundheit aus. Diese können besser und effektiver wirken, wenn sie nicht durch Schadstoffe aus dem konventionellen Anbau verunreinigt sind. Nachdem Bio-Tees stets etwas teurer sind als herkömmlich produzierte Tees, werden letztere dennoch immer noch von vielen Konsumenten bevorzugt.

Vor allem der Grüne Tee wird häufig als Krankheitsvorbeuger, Krebskiller und Jungbrunnen Nummer Eins bezeichnet. Wer regelmäßig Grünen Tee zu sich nimmt, stärkt sein Immunsystem, unterstützt den Organismus beim Entgiften, kann Tumore am Entstehen hindern und sogar bei bestehendem Krebs die Bildung von Metastasen stoppen. Die Antioxidantien in Grünem Tee machen die gefährlichen freien Radikale in den Blutbahnen unschädlich und unterstützen so die Reparatur beschädigter und das Wachstum neuer Zellen. Eine hervorragende körpereigene Abwehr, verlangsamte Hautalterung, feste Nägel und glänzendes Haar sind die Folge.

Ist der Tee allerdings stark mit Pestiziden oder Schwermetallen aus dem Boden belastet, was zum Beispiel im Jahr 2007 in einer Studie des Verbrauchermagazins „Öko-Test“ in über zehn bekannten Tee-Marken festgestellt wurde, ist die krebsheilende und abwehrstärkende Wirkung des heißen Gebräus natürlich dahin. Im Gegenteil schaden die Pestizide, die im konventionellen Anbau verwendet werden, dem Körper noch zusätzlich. Den künstlichen Mitteln zur Schädlingsbekämpfung wird nicht nur Krebsförderung vorgeworfen, sondern auch eine Beeinträchtigung der Fortpflanzung und die Verursachung von Allergien. Experten raten, die Zieh-Zeit des Tees zu verkürzen, damit die schädlichen Inhaltsstoffe nicht ins Teewasser gelangen. Die sicherste Methode ist allerdings, nur noch Tee aus biologischem Anbau zu genießen – und das mit dem ruhigen Gewissen, seinem Körper damit garantiert etwas Gutes zu tun.

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