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Öko Tee

Tee ist das älteste Getränk mit Geschmack und bleibt der Menschheit beliebteste Erfrischung. Die duftenden Blätter haben die Erdhalbkugeln verbunden, Revolutionen ausgelöst und religiöse Rituale inspiriert. Doch die Teeindustrie blickt auch zurück auf eine wenig rühmliche Vergangenheit aus Abholzung, Zerstörung der biologischen Artenvielfalt und einen übermäßigen Gebrauch an Pestiziden. Der Weltmarkt für Tee und Kaffee zusammen auf rund 10,6 Millionen Tonnen im Jahr 2015 geschätzt. Die Nachfrage ist so groß, dass sich hier sowohl Produzenten, Lieferanten als auch Konsumenten eine große Chance bietet, die schädlichen Einflüsse und Belastungen durch den Teehandel zu minimieren und mit Öko-Tee ihren Beitrag zu einem verantwortlichen, nachhaltigen und umweltfreundlichen Lebensstil zu leisten. Von der Art und Weise, wie die Pflanzen gezüchtet, verarbeitet, verpackt und verschifft werden, bis hin zu ihrer Zubereitung und ihrem Genuss – jeder kann am Erfolg der „grünen“ Teebewegung teilhaben und einen kleinen Unterschied machen; ein Öko-Teeblatt nach dem anderen.

Was ist Tee, woher kommt er und warum Öko-Tee?

Tee ist vielseitig wie kaum ein anderes Getränk: Er kann heiß oder kalt getrunken werden, winters wie sommers, morgens, nachmittags oder abends. Dank enthaltener Antioxidantien, Vitamin C und anderer guter Wirkstoffe bringt Tee zudem einen großen gesundheitlichen Nutzen mit sich. Sein Einfluss reicht über Jahrhunderte und Kulturen, von seinen Wurzeln in Asien durch Europa und Indien bis nach Amerika. Tee spielte durch die Epochen eine wichtige Rolle. So eskalierte der Widerstand gegen die Einführung der Teesteuer in der „Boston Tea Party“, die wiederum als nicht unbedeutender Mitauslöser der amerikanischen Revolution gilt. In Japan war und ist Tee wertvoller Bestandteil von Zeremonien und kultivierter Unterhaltung. Und ohne Tee gäbe es keinen „Five O’Clock Tea“ und England säße vor einsamen Gurken-Sandwiches und trockenem Shortbread.

Was ist Tee?

In seinen Ursprüngen geht aller Tee auf die Teepflanze „Camellia Sinensis“ zurück. Je nachdem, wo sie wächst und wie sie weiterverarbeitet wird, entstehen daraus schwarze, grüne und weiße Teesorten sowie Oolong-Tee. Kräutertee gehört einer anderen Kategorie an, da für ihn keine Teeblätter verwendet werden, sondern es sich schlicht um aufgegossene Kräuter handelt. Besondere Teemischungen können Teeblätter und Kräuter enthalten, die um Blüten, Früchte und Gewürze ergänzt wurden. Der beste, hochwertigste und wertvollste Tee ist der „First Flush“: Er wird in großen Höhenlagen angebaut und besteht aus den kleinsten neu gewachsenen Blättern sowie ungeöffneten Blattknospen, die von Hand gepflückt und handverlesen werden.

Eine kurze Geschichte des Öko-Tees

Die Teepflanze kommt ursprünglich aus China und wurde zum ersten Mal um 2.000 v. Chr. angebaut. Die Japaner „entdeckten“ ihn im achten Jahrhundert n. Chr., gefolgt von den Europäern im siebzehnten Jahrhundert. Erst im zwanzigsten Jahrhundert folgte auch Amerika und entdeckte seine Liebe für Eistee. Trotz dieser Jahrtausende zurückreichenden Geschichte sind die Teevielfalt und vor allem das Angebot an Bio- und Öko-Tees erst in den letzten Jahren stark angestiegen. Viele Öko-Tee-Firmen drängen auf den Markt mit immer neuen, bewussteren Methoden des ökologischen Anbaus. Selbst die größeren, etablierten Teeproduzenten verwenden heute Teeblätter aus ökologischem Anbau in einigen ihrer Mischungen.

Öko Tee

Öko Tee ©iStockphoto/Michael_at_isp

Warum Öko-Tee?

Bio-Landwirtschaft ist ein ökologisches Produktionsmanagementsystem, das Artenvielfalt, biologische Zyklen und natürliche Bodenbearbeitung fördert und verbessert. Sie basiert auf dem minimalen Einsatz von unnatürlichen, externen Stoffen und auf Managementmethoden, die das ökologische Gleichgewicht der Natur wiederherstellen, bewahren und unterstützen. Öko-Tee wird ohne den Gebrauch von Pestiziden oder künstlichen Düngemitteln angebaut und verarbeite. Zumeist wird er auch fair gehandelt. Das heißt, dass jeder mit dem Kauf von Öko-Tee nicht nur seiner eigenen Gesundheit etwas Gutes tut, sondern auch einen bedeutsamen gesellschaftlichen Beitrag leistet: Kleinunternehmer und Jungbauern werden unterstützt, Angestellte auf Teeplantagen erfahren eine gerechte Behandlung und Bezahlung und sowohl Mitarbeiter als auch Umwelt werden vor dem Kontakt mit schädlichen Chemikalien bewahrt, die in der herkömmlichen Teeproduktion zum Einsatz kommen.

Die Auswahl an Öko-Tee wächst!

Öko-Tee ist heute in fast jedem Supermarkt erhältlich. Der beste Ort jedoch, um eine große Vielfalt an hochwertigen Öko-Tees zu finden, sind spezielle Teeläden, Kaffeehäuser und Gourmetgeschäfte. Kräutertees werden auch von Gesundheitsshops und Reformhäusern geführt. Öko-Tee ist wie jeder herkömmliche Tee entweder lose oder in Teebeuteln zu haben, für besten Geschmack empfehlen sich jedoch lose Teesorten, denn im ihr Geschmack kann sich im Wasser und großen Filter freier entfalten. Wer Teebeutel bevorzugt, sollte nach der umweltfreundlichen Alternative Ausschau halten: natürliche, ungebleichte Teebeutel, die frei von überflüssigen Extras wie Kordeln, Anhängern und Drahtklammern sind.

Wie wird Öko-Tee am besten aufbewahrt?

Öko-Tee kann bis zu ein Jahr lang gelagert werden und sollte an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt werden. Am besten wird er in seiner Originalverpackung belassen oder in einen luftdichten und lichtundurchlässigen Container umgefüllt. Teeläden führen eine große Auswahl dekorativer Teedosen aus Metall und anderen geeigneten Materialien.

Die Zubereitung: Welche Teesorte darf es sein?

Auch wenn Beutel die wohl praktischste und unkomplizierteste Variante darstellen, um Tee aufzugießen, bietet loser Tee doch das beste Teeerlebnis. Erst wenn Teeblätter frei zirkulieren können, entfalten sich auch ihr ganzes Aroma. Das beste Ergebnis wird mit gefiltertem Wasser erreicht. Dieses sollte nur bis knapp an den Siedepunkt erhitzt werden und nicht zum Kochen gebracht werden. Hat das Wasser gekocht, sollte es etwa fünf Minuten stehen, um ein wenig abzukühlen. Sprudelnd kochendes Wasser „verbrennt“ die empfindlichen, zarten Teeblätter. Zur Zubereitung werden nun der Teebeutel oder loser Tee (ein Teelöffel pro Tasse) in eine Tasse gegeben beziehungsweise ins Teeei oder die Teekanne gefüllt und ziehen gelassen:

Grüner Tee darf eine halbe bis maximal drei Minuten ziehen, Schwarztee zieht drei bis sechs Minuten und Oolong-Tee entfaltet in sechs bis acht Minuten seinen vollen Geschmack. Kräutertees brauchen mehr Zeit und sollten generell acht bis zwölf Minuten ziehen, es sei denn, es ist auf der Packung etwas anderes vermerkt. Anhand dieser Richtlinien ist zu bestimmen, wie die jeweilige Lieblingssorte stark oder schwach aufgegossen werden kann.

Grüne Tipps für besten Öko-Tee-Genuss

Tee ist ein relativ energieeffizientes Getränk. Eine Tasse Tee, die mit der exakt benötigten Menge an Wasser aufgesetzt wurde, produziert nur etwa ein Zehntel des CO²-Fußabdrucks, den ein großer Cappuccino verursacht. Im Verhältnis betrachtet: Wer ein Jahr lang täglich vier Tassen schwarzen Tees trinkt, verbraucht so viel Energie wie eine einzige rund 65 km lange Autofahrt. Wer hingegen im selben Zeitraum drei Café Latte pro Tag trinkt, ver(sch)wendet so viel Energie, wie vergleichsweise für eine halbe Atlantik-Überquerung im Flugzeug nötig wäre. Die folgenden Tipps helfen dabei, den Genuss von Öko-Tee noch „grüner“ und umweltfreundlicher zu machen:

1. Erst abmessen, dann in die Tasse. Für eine ökologisch bewusste Tasse oder Kanne des Lieblingsbiotees sollte nur die wirklich benötigte Wassermenge genutzt werden. Indem nur so viel Wasser gekocht wird, wie benötigt wird, wird kein Wasser verschwendet und es wird nicht mehr Energie als nötig gebraucht, um das Wasser auf die richtige Temperatur zu erhitzen.

2. Wenn möglich: immer Gas! Allgemein ist es energiefreundlicher und umweltbewusster, einen Gasherd zu nutzen, als einen Elektroherd oder einen stromgespeisten Wasserkocher. Gas verbrennt sauberer als Kohle und ist damit nicht die perfekte Lösung für alle Energieprobleme, doch immerhin die beste Lösung, bis technologischer Fortschritt und der Markt für erneuerbare Energien weiter entwickelt sind.

3. Für Nutzer von Elektroöfen: Restwärme ausnutzen. Wenn der Öko-Tee zum Essen gentrunken wird, sollte die Resthitze der benutzten Kochplatte, zum Aufsetzen des Teekessels genutzt werden. Wenn mit übrig gebliebenem Wasser, das für den ersten Aufguss genutzt wurde, ein zweiter Aufguss gemacht werden soll, kann trotzdem der Strom zwischen den Aufgüssen abgedreht werden. Der Wasserkessel verbleibt auf der Kochplatte und absorbiert die Restwärme.

4. Im Büro: besser Wasserkocher als Mikrowelle. Wenn nichts anderes zu haben ist, ist der Elektrowasserkocher definitiv die umweltverträglichere Alternative zur Mikrowelle. Sie sind um ein Vielfaches energieeffizienter als Mikrowellen und bringen das Wasser meist in der Hälfte der Zeit zum Kochen.

5. Kalt aufgesetzter Öko-Eistee. Zur Herstellung von Eistee empfiehlt sich die Kaltbrühmethode. Diese umgeht die Nutzung der Energie, die zum Erhitzen des Wassers benötigt wird, und macht sich mit dem Kühlschrank ein Gerät zunutze, das eh bereits im Haushalt auf Hochtouren läuft. Da das Wasser nicht gekocht wird, ist es bei der Kaltbrühmethode besonders wichtig, gefiltertes Wasser zu verwenden.

6. Lokales Wasser = geringere CO²-Bilanz. Leitungswasser ist stets abgefülltem Wasser vorzuziehen, vorausgesetzt, es ist sicheres Trinkwasser, das sauber schmeckt und riecht. Ist dies keine Option, empfiehlt sich natürliches Quellwasser für die grüne Tasse Öko-Tee, noch besser: natürliches Quellwasser aus der Region! Je geringer die Distanz ist, die Quellwasser zurücklegen muss, um in die Tasse zu gelangen, desto weniger Kohlenstoff gelangt in die Atmosphäre.

7. Nachfüllen und recyceln. Wasserbehälter gehören zurück ins Geschäft, um dort recycelt oder wieder aufgefüllt zu werden. Dies reduziert unnötiges Verpackungsmaterial und spart bares Geld.