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Was ist Pu-Erh Tee?

Es gibt immer mehr Teetrinker unter den Menschen. Die facettenreiche Auswahl der Variationen bringt immer wieder Abwechslung in das Leben eines Teeliebenden. In diesem Beitrag erfahren Sie, was es mit dem sogenannten Pu-Erh Tee auf sich hat, wobei es sich hierbei genau handelt, was diesen Tee so besonders macht, wie dieser hergestellt beziehungsweise zubereitet wird und vieles mehr.

Was ist Pu-Erh Tee?

Bei dem Pu-Erh Tee handelt es sich um eine Grünteesorte, welche im Süden Chinas hergestellt wird. Heutzutage wird diese Pflanze allerdings auch an anderen Orten angebaut. Es handelt sich um eine Teepflanze, aus deren Blättern ein besonders spezieller Tee gewonnen werden kann. Die Blätter werden nach der Verarbeitung geformt, gepresst und getrocknet. Während der Aufbewahrungszeit, welche durchaus mehrere Jahre dauern kann, ist es dem gepressten Tee möglich weiter zu reifen. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Pu-Erh Tee um einen Tee, welcher bereits seit 1700 Jahren getrunken wird und bis zu 70 Jahre reifen kann. Der Pu-Erh Tee gewinnt an immer höher werdenden Wert, umso älter er wird. Darüber hinaus bestehen mittlerweile sehr viele Diskussionen darüber, welche Wirkungen dieser Tee auf den Körper und den Geist ausübt. Aufgrund dieser Eigenschaften weist der Pu-Erh Tee Parallelen zum Rotwein auf.

Pu-Erh Tee

Pu-Erh Tee ©iStockphoto/GuidoVrola

Welche Besonderheiten weist der Pu-Erh Tee auf?

Grundsätzlich ist der Pu-Erh Tee einer der ältesten Teesorten weltweit. Sein Name resultiert aus dem Bezirk Pu-Erh, in diesem er erstmalig angebaut wurde. In dieser Provinz, welche im Südwesten Chinas zu finden ist und sich auf ungefähr 2000 Meter Seehöhe befindet, genießt man diesen Tee bereits seit 1700 Jahren in vollen Zügen. Die Pflanze Qingmao, aus deren Blättern der Tee gewonnen wird, stellt eine besondere Unterart der Teepflanzen dar. Diese Pflanze kann ein Alter von 800 Jahren sowie eine Höhe von 30 Metern erreichen. Neben diesen Eigenschaften zeichnet sich der Pu-Erh Tee insbesondere durch seinen Reifeprozess aus. Dies resultiert daraus, da dieser einen Reifeprozess von bis zu 70 Jahren annehmen kann und immer kostbarer wird, je älter er wird. Der Tee wird von den unterschiedlichsten Aromen ausgezeichnet. Diese wären vor allem vollmundig, süßlich, erdig und feinsäuerlich. Gerüchten zufolge war der Pu-Erh Tee ungefähr 200 Jahre nach Christus, in der Zeit der Han Dynastie, Gold wert. Aufgrund dessen konnten sich in dieser Zeit nur die reichsten Familien einen solchen Tee leisten. Die zahlreichen Mythen, welche rund um den Tee bestehen, machen ihn zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigem.

Wie erfolgt die Herstellung des Pu-Erh Tees?

Grundsätzlich waren einst zwei Schritte vorhanden, welche bei der Herstellung durchgeführt werden mussten. Die beiden Schritte untergliederten sich in die Teilfermentation sowie in die Reife. Zu aller erst wurden die Blätter selbstverständlich geerntet. Anschließend wurden die Blätter gedämpft und getrocknet. Um die enzymatischen Prozesse zu stoppen, wurden die Blätter sehr stark erhitzt. Im zweiten Schritt wurden die Blätter in bestimmte Formen gepresst. Von diesem besagten zweiten Schritt stammt auch der heute noch immer bekannte Name Ziegeltee. Ursprünglich geschah das Pressen nur aufgrund von Lager- und Transportgründen. Nach dem Pressen erfolgte die Einlagerung. Diese dauerte mindestens fünf Jahre an und förderte den Reifeprozess. Es erfolgt also eine Post-Fermentation. Das intensive und außergewöhnliche Aroma, welches im europäischen Raum sehr ungewohnt ist, entsteht durch den langen Reifeprozess. Dies resultiert daraus, da an diesem Prozess viele Mikroorganismen, wie Pilze und Bakterien, beteiligt sind. So kann erkannt werden, dass je länger der Reifeprozess andauert, desto intensiver wird auch der Geschmack des Tees. Die Preisklasse des Tees ist nach oben offen und steigt immer höher an, je älter der Tee ist. Aufgrund dessen weist der Pu-Erh Tee starke Parallelen zum Rotwein auf. Seit ungefähr 50 Jahren besteht eine industrielle Methode, welche die schnellere Reifung des Tees hervorrufen kann. Bei dieser Methode werden künstliche Organismen verwendet, um die Reifezeit auf einige Monate zu verkürzen. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Formen, in diesen Pu-Erh Tee erworben werden kann. Die erste Form nennt sich Sheng. Hierbei handelt es sich um einen rohen, ungereiften Pu-Erh Tee. Die zweite Form stellt Shu dar. Hierbei handelt es sich um einen natürlich gereiften Pu-Erh Tee. Die dritte und letzte Form wird ebenso oft als Shu verkauft. Hierbei handelt es sich allerdings um künstlich gereiften Pu-Erh Tee.

Handelt es sich bei Pu-Erh Tee um Schwarztee, Grüntee oder gar Roten Tee?

Da bei dem Pu-Erh Tee eine komplexe Herstellung gefragt ist, kann nicht so leicht festgestellt werden, zu welcher Teesorte dieser Tee zählt. Am Anfang gehörte der Tee eindeutig zum Grünen Tee. Durch den Reifeprozess und die damit verbundene Lagerung und Trocknung wird der Tee allerdings sehr dunkel und ähnelt einem Schwarztee. In China besteht allerdings der Brauch, dass der Tee nicht nach den Blättern benannt wird, sondern mehr nach dem Aufguss, weshalb der Tee auch unter dem Namen Roter Tee bekannt ist.

Wie wird der Pu-Erh Tee zubereitet?

Der in Formen gepresste Pu-Erh Tee wird bei der Zubereitung mit der Hilfe von einem speziellen Teemesser in gewünschter Menge abgeschnitten. Der Tee muss mit heißem Wasser, mit einer Gradzahl von ungefähr 95, aufgegossen werden. Dieser Aufguss muss anschließend ungefähr eine Minute lang ziehen. In China gibt es immer noch Rituale bei der Zubereitung dieses Tees, welche bereits seit Jahrtausenden bestehen. Im Zuge dieses Rituals erhält der Tee bis zu vier Aufgüssen. Manchmal wird der erste Aufguss entsorgt, um ein Waschen des Tees zu ermöglichen.

Welche Mythen sind rund um die Wirkung des Tees vorhanden?

Der Mythos, ob Pu-Erh Tee tatsächlich positive Auswirkungen auf den Körper sowie den Geist mitbringt, ist stark umstritten. In jüngster Vergangenheit wurde der Tee auch als Wundermittel verkauft, welches ein Abnehmen nahezu ohne Komplikationen ermöglichen konnte. Mit diesem Tee konnte also in einfachster Leichtigkeit und in gesunder Weise abgenommen werden. Selbst heute wird der Tee manchmal noch als Mittel für das Abnehmen verkauft. Da hierbei allerdings keine wissenschaftlichen Beweise für diese Wirkung vorliegen, gelingt die Umwerbung nicht mehr so stark wie zu früheren Zeiten. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt sogar vor diesem besonders günstigen Tee. Sie sagt aus, dass der Tee oftmals, besonders in bestimmten Anbaugebieten, in starker Weise mit Pflanzenschutzmitteln belastet wird. Aufgrund dessen fordert die Organisation dazu auf, darauf zu achten, ob der Tee tatsächlich aus biologischen Anbaugebieten stammt. Ebenso wird von der Organisation darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei dem Tee, in erster Linie, um ein traditionelles und besonderes Lebensmittel handelt. Grundsätzlich sollte der Tee nicht als Wundermittel, sondern eher als Genussmittel betrachtet werden. Aufgrund dessen weist der Tee auch hier wieder starke Parallelen zum Rotwein auf, da dieser ebenso ein Genussmittel darstellt. Jeder Teeliebende sollte diesen Tee zumindest einmal in seinem Leben probieren. Es gilt allerdings zu beachten, dass übermäßiger Konsum dieses Tees ebenso eine negative Auswirkung auf die Gesundheit erreichen kann. Viele Eigenschaften, wie das Alter, die chinesische Teekultur oder aber auch die aufwendige Herstellung machen den Tee zu etwas sehr Besonderem und Spannenden. Um den Tee ausreichend zu respektieren, sollte dieser traditionsreiche Tee nicht als Wundermittel gegen Übergewicht umworben werden.

Fazit

Jeder Teeliebende sollte diesen besonderen und einzigartigen Tee mindestens einmal in seinem Leben probiert haben. Der intensive Geschmack des Tees sowie die lange Reifezeit machen ihn zu etwas sehr Speziellem. Je älter der Tee ist, desto intensiver und kostbarer wird er. Letztlich kann er mit einem Rotwein verglichen werden.

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