Teeseite

Die Teeseite



Schwarzer Tee

Nach der Ernte wird der Tee erst einmal in großen, flachen Körben oder Trommeln gelagert und muss dort welken. Dadurch wird der Wasseranteil in den Blättern um bis zu 40% reduziert. Anschließend werden die Blätter zwischen zwei Walzen unter hohem Druck ausgerollt, um die Blattzellen für die nun folgende Oxidation zu öffnen.

Die zusammengepressten Blätter, "Dhool" genannt, werden nun auf einem Rüttler ausgesiebt. Dabei werden diese je nach Blattgröße schon in die vorgesehenen Handelssorten getrennt und locker in 3 bis 7cm hohen Schichten auf Matten gelagert. Die großen Blätter werden erst am Ende des Rüttel-Prozesses entnommen.

Da bereits mit dem Auswalzen die Fermentierung (eigentlich eine Oxidation, Enzyme sind nur in kleinem Maßstab daran beteiligt) beginnt, müssen die Umweltbedingungen - Temperatur und Feuchtigkeit - nun ebenso wie die Zeitdauer genau stimmen, um einen hochwertigen Schwarztee zu erhalten. Die Fermentierung endet mit dem Trocknen der Blätter bei etwa 85°C. Die ehemals dunkelgrünen Blätter haben sich nun in kleine, dunkle, gekräuselte Blattstückchen verwandelt - der schwarze Tee ist fertig für die Sortierung.

Schwarzer Tee wird in China eigentlich als "Roter Tee" bezeichnet, da der Aufguss eine rötliche Farbe hat. Erst die europäischen Händler bezeichneten ihn nach seiner Farbe im trockenen Zustand als schwarzen Tee.

Weil er durch Trocknung und anschließende Fermentierung sehr lange haltbar ist, einen farblich stärkeren Aufguss hat und mehr Koffein enthält, hat er den ursprünglicheren, grünen Tee sowie die Oolongs im 19. Jahrhundert als die wichtigste Handelsformen von Tee abgelöst. Sein Anteil am heutzutage in westliche Länder exportierten Tee liegt bei 90%, er wird in allen Anbauregionen der Erde (bis auf Japan) erzeugt.

Meistens werden verschiedene Schwarztees in Teemischungen, sogenannten Blends, angeboten. Sehr bekannt ist zum Beispiel die Ostfriesenmischung (viel Ceylon, etwas Assam, wenig Darjeeling) oder der English Breakfast Tea. Die Mischungen ermöglichen es den Herstellern, einen möglichst gleichbleibenden, zumindest ähnlichen Geschmack über einen längeren Zeitraum beizubehalten, unabhängig von den externen Einflüssen auf die Plantagen. Mit einzelnen Tees ist das natürlich unmöglich, denn der Tee einer Plantage schmeckt von Jahr zu Jahr durch ein anderes Klima oder eine leicht veränderte Verarbeitung immer geringfügig anders. Dafür besteht im Gegenzug auch immer mal die Chance, einen wirklich vortrefflichen "Jahrgang" zu erwischen.

 
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